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Herzlich Willkommen bei EDU-Wildlife!

Hier finden Pädagog*innen viele hilfreiche Infos zum Thema „Wildlife und Bildung für nachhaltige Entwicklung (kurz BNE)“. Im Fokus stehen Bär, Wolf und Luchs als große Beutegreifer im europäischen Vergleich. Auf den folgenden Seiten finden Sie Ideen zur Umsetzung im Unterricht oder anderen Bildungsangeboten, können einen Online-Kurs durchführen oder sich einfach nur über die Tierarten informieren. In Niedersachsen können Sie sogar Bildungsangebote zum Thema direkt in Ihrer Nähe buchen.
Selbstverständlich sind auch alle Interessierten herzlich eingeladen.

 

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Aktuelles

Europa lernt Wildnis: Impressionen unserer Abschlusstagung "Leben mit Wolf, Bär und Luchs - Naturschutzkonflikte als Thema für transformative Bildung?" in Loccum

 

Große Beutegreifer wie der Wolf, aber auch der Luchs kommen nach Deutschland zurück. Sie sorgen immer wieder für Konflikte und öffentliche Debatten. Ein konfliktärmeres Zusammenleben will gelernt sein. Das gilt hier – trotz anderer Voraussetzungen – ebenso wie in Rumänien, denn dort leben zirka 6000 Bären, 2500 Wölfe und 2000 Luchse in Nachbarschaft zu menschlichen Siedlungen. Eine Tagung zur Bildung für nachhaltige Entwicklung brachte in der letzten Woche Akteure aus Deutschland und Rumänien zu diesem Thema in Loccum bei Hannover zusammen. Rumänische und Deutsche Jugendliche aus dem Bildungsprojekt „EDU-Wildlife“ des Umweltbildungszentrums SCHUBZ Lüneburg stellten vor, welche Zugänge dabei erfolgversprechend sein könnten.

 

Rund 100 Wissenschaftler, Wildtierexperten, Mitarbeitende aus Nationalpark-Verwaltungen, Lehrkräfte, Schüler und Studierende aus Rumänien und Deutschland diskutierten auf der Tagung. Einig war man sich von Anfang an darin, dass die Bewahrung der einzigartigen Wildnis-Gebiete Rumäniens eine länderübergreifende Aufgabe ist und hierfür auch ein Bewusstsein in Europa geschaffen werden muss. Schließlich ist in den Karpaten das Hauptvorkommen von Bären auf dem Europäischen Kontinent zu finden. Einig war man sich auch, dass es vergleichbar großflächige Wildnis-Gebiete in Deutschland so nicht mehr gibt und sie auch in Zukunft nicht wieder aufgebaut werden können. Man argumentierte, dass in einer von den Menschen geformten Welt, die Konflikte mit den großen Beutegreifern stellvertretend für die Frage nach dem Verhältnis des Menschen mit der Natur stehen.

 

Partner und Förder der Initiative EDU-Wildlife in Loccum: v.r.n.l: Dr. Alexander Bittner (DBU), Anca Barbu (Zarand Association) , Prof. Jorge Groß (Universität Bamberg), Konstantin Knorr (MU/Wolfsbüro Niedersachsen), Dr. Monika C. M. Müller (Akademie Loccum), Luminita Tanasie (SCHUBZ Rumänien), Andrea Grimm (Akademie Loccum), Gesine Heinrich und  Dr. Nadin Hermann (SCHUBZ Lüneburg), Mihai Drogomir (Mioritics Association), MdL Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Andreas Lindemann (Nds. Bingo-Umweltstiftung), Andra Croitoru (Pro Park Foundation), Andrea Kurta (Piatra Craiului National Park) und Alina Drogomir (ACDB). Fotos: Florian Kühl /Evangelische Akademie Loccum

 

Die Tagung, die eine Kooperation der Evangelischen Akademie Loccum mit dem SCHUBZ Lüneburg war, hatte aber vor allem den Bildungsgedanken bei diesem Thema im Blick. So wurde auf der Tagung deutlich, dass es in der schulischen Entwicklung mehr Räume und Gelegenheiten geben muss, damit Schüler sich mit den komplexen Situationen von Naturschutzkonflikten auseinandersetzen können. Sie müssen die Fakten kennen und ein Verständnis für verschiedene Blickwinkel aufbringen, um unterschiedliche Lösungen bewerten zu können. Nur so können sie als zukünftige Entscheidungsträger reflektierte Entscheidungen treffen, die Naturschutzinteressen und Nutzungsinteressen in den Blick nehmen.

 

Diesem Anspruch wird bereits das rumänisch-deutsche Projekt EDU-Wildlife gerecht. Das länderübergreifende Vorhaben stellte seine Arbeit mit ausgewählten Vertretern aus hunderten jugendlichen Teilnehmenden aus beiden Ländern in Loccum vor. Sie hatten sich in einer Vielzahl an Bildungsangeboten mit der Koexistenz von Menschen und Beutegreifern beschäftigt. Fachlich und finanziell gefördert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Dr. Alexander Bittner, DBU-Fachreferent für Umweltbildung, sieht in dem Projekt eine große Chance für transformative Bildung:  „Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, den öffentlichen Dialog evidenz-basiert und objektiv mitzugestalten und erfahren hierüber, wie Meinungsbildung in einer Demokratie auch zu Naturschutzthemen erfolgen sollte. Wir verstehen das Projekt als Impulsgeber für späteres Engagement. Wie diese Teilhabe aussehen wird, bestimmen die Schülerinnen und Schüler selbst.“

 

Weitere Informationen und Fotos zur Tagung „Leben mit Wolf, Bär und Luchs. Naturschutzkonflikte als Thema für transformative Bildung?“ finden Sie in der Pressemitteilung und im Internet unter: https://www.loccum.de/tagungen/1955/